| Antrag: | Arbeitsprogramm 2026 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | SB Mülheim |
| Status: | Zurückgezogen |
| Eingereicht: | 24.01.2026, 09:46 |
Ä2 zu A25: Arbeitsprogramm 2026
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mehrere Tage hinweg ermöglicht es, Themen vertieft zu behandeln und die politische Bildung mit gemeinschaftlichem Erleben zu verbinden.
Wir wollen des Weitern wieder zum ursprünglichen, zweitägigen Format der UBDK zurückkehren. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die aktuelle eintägige Straffung nicht ausreicht, um komplexe Fachthemen mit der notwendigen Tiefe zu bearbeiten. Dabei soll zwischen den Tagen die UBDK-Party beibehalten werden, um für den nötigen Ausgleich zu sorgen. Um auch in solchen informellen Veranstaltungsformaten die Schäl Sick zusätzlich zu repräsentieren, setzen wir uns für die Winterfeier auf der rechten Rheinseite ein.
2026 - HEIßT ENDLICH ZEIT FÜR BILDUNGSARBEIT!
Dieses Arbeitsprogramm bildet die Grundlage der politischen Arbeit des Juso
Unterbezirksvorstandes Köln im Kalenderjahr 2026. Inhaltliche Schwerpunkte sowie
strukturelle Grundlagen sind Kern dieses Programms und müssen vom Vorstand
umgesetzt werden. Über die Umsetzung wird zum Ende der Amtszeit Rechenschaft
abgelegt.
ARBEITSKREISE
Der JUBV soll das bestehende System zur Planung von Bildungsveranstaltungen
durch Arbeitskreise weiterführen und dieses Vorgehen alle drei Monate
evaluieren. Bestehende Arbeitskreise werden fortgeführt, sofern sie arbeitsfähig
sind und kein erheblicher Mangel an Interesse an deren Fortführung besteht.
Bildungsarbeit findet nicht nur bei Vorträgen im Parteihaus statt, der JUBV ist
verpflichtet, sicherzustellen, dass regelmäßig spannende Einrichtung im Kölner
Stadtgebiet besucht werden können. Der JUBV kann eigene zentral geplante
Politikabende zu verschiedenen Themen durchführen und dessen Mitglieder sollen
sich aktiv an der Arbeit in den Arbeitskreisen beteiligen und sind
verantwortlich dafür, dass angesetzte Politkabende auch durch die AKs bespielt
werden. Schwerpunktthema für das Vorstandsjahr 2026 ist der Feminismus.
FEMINISMUS
Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass feministische Perspektiven und
insbesondere die gezielte Förderung von FINTA*-Personen in unserer Organisation
stärker verankert werden müssen. Derzeit sind nur 27 Prozent unserer Mitglieder
Frauen. Dieses Ungleichgewicht wollen und müssen wir aktiv angehen. Ein
zentraler Baustein ist dabei eine gezielte Empowerment-Strategie für FINTA*.
Dazu gehört insbesondere eine Neumitglieder-Kampagne, die sich bewusst und
niedrigschwellig an FINTA*-Personen richtet und politische Teilhabe, Solidarität
und Vernetzung in den Mittelpunkt stellt. Ziel ist es, neue Zugänge zu schaffen
und bestehende Hürden abzubauen. Gleichzeitig wollen wir unsere eigenen
Strukturen kritisch evaluieren. Wir werden systematisch untersuchen, aus welchen
Gründen Frauen und andere FINTA*-Personen seltener an thematischen
Veranstaltungen und teambildenden Formaten teilnehmen als Männer. Dabei nehmen
wir insbesondere die inhaltliche Ausrichtung der Veranstaltungen,
organisatorische Rahmenbedingungen sowie infrastrukturelle Fragen (etwa Zeiten,
Orte und Vereinbarkeit mit Care-Arbeit) in den Blick. Auf Grundlage dieser
Analyse sollen konkrete Veränderungen entwickelt und umgesetzt werden. Darüber
hinaus wollen wir feministische Inhalte stärker in unsere alltägliche politische
Arbeit integrieren. Zu diesem Zweck wird vor jedem Themenabend (mit Ausnahme von
Vor-Ort-Besuchen) eine „feministische Viertelstunde“ eingeführt. In diesem
Rahmen sollen feministische Perspektiven, aktuelle Debatten oder strukturelle
Fragen sichtbar gemacht und gemeinsam reflektiert werden. So wird Feminismus
nicht als Randthema, sondern als selbstverständlicher Bestandteil unserer
politischen Praxis verstanden. Ein weiterer zentraler Bestandteil feministischer
Verbandsarbeit ist die gezielte Stärkung unseres verbandsinternen FINTA*-
Netzwerks Roter Salon. Der Rote Salon soll nicht nur als Schutz-, Vernetzungs-
und Bildungsraum fungieren, sondern gezielt als strategisches Gremium innerhalb
des Verbandes weiterentwickelt werden. Dazu wollen wir die Raumfindung und die
organisatorische Umsetzung von Treffen deutlich vereinfachen und verlässliche
Strukturen schaffen. Inhaltlich soll der Rote Salon als Keimzelle für
feministische Anträge, Kampagnen und politische Positionierungen dienen.
Aktuelle feministische Debatten, gesellschaftliche Konfliktlinien und
verbandspolitische Herausforderungen sollen dort frühzeitig aufgegriffen,
gemeinsam analysiert und in konkrete politische Forderungen übersetzt werden.
Thematische Impulse und Ideen aus der Basis sollen dabei schnell,
niedrigschwellig und unbürokratisch in Anträge, Bildungsformate oder Kampagnen
überführt werden. Dabei ist für uns klar: Feministische Arbeit im Verband muss
immer intersektional gedacht werden. Geschlechterungleichheit wirkt nicht
isoliert, sondern verschränkt sich mit anderen Macht- und
Diskriminierungsverhältnissen wie Klassismus, Rassismus, Ableismus,
Queerfeindlichkeit oder Antisemitismus. Ein intersektionaler Feminismus nimmt
diese Mehrfachbetroffenheiten ernst, macht unterschiedliche Lebensrealitäten
sichtbar und stellt solidarische Bündnisse in den Mittelpunkt politischer
Praxis. Gleichzeitig gilt: Feministische Kernarbeit darf sich nicht auf den
Roten Salon beschränken. Die dort gebündelte Expertise soll Impulse setzen,
Orientierung geben und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen; die Verantwortung für
feministische Politik liegt jedoch ausdrücklich beim gesamten Verband und bei
jedem einzelnen Mitglied. Feminismus ist kein delegierbares Spezialthema,
sondern Maßstab für unser gemeinsames politisches Handeln. Das bedeutet auch,
feministische Politik konsequent in der praktischen Verbandsarbeit mitzudenken.
Feministische Veranstaltungsplanung heißt unter anderem, bereits im Vorfeld zu
prüfen, ob vor Ort barrierearme und saubere Toiletten für menstruierende
Personen vorhanden sind (und wenn dies nicht der Fall ist, dies transparent zu
benennen und/oder nach Alternativen zu suchen). Ebenso gehört es dazu, Fragen
von Sicherheit ernst zu nehmen, etwa durch eine bewusste Wahl von
Veranstaltungsorten, klare Ansprechpersonen vor Ort sowie Überlegungen dazu, wie
ein möglichst sicherer Heimweg für Teilnehmende, insbesondere für FINTA*-
Personen, gewährleistet werden kann. Feministische Arbeit verstehen wir dabei
ausdrücklich nicht als Nischenthema oder als “Anliegen einzelner Betroffener”.
In unserer Bildungsarbeit für den gesamten Verband wollen wir deutlich machen,
dass Patriarchat und Geschlechterhierarchien allen schaden; unabhängig vom
Geschlecht. Starre Rollenbilder, Machtstrukturen und Erwartungen reproduzieren
Ungleichheit und verhindern solidarisches Miteinander. Feminismus ist daher eine
gesamtgesellschaftliche und verbandspolitische Aufgabe, die alle betrifft und zu
der alle Verantwortung tragen.
INTERNATIONALISMUS
Als internationalistischer Verband sind wir der festen Überzeugung, dass eine
Lösung der Kriege, des Klimawandels und der weiteren Herausforderungen unserer
Zeit nur durch internationale Solidarität und Zusammenarbeit gelingt. Im Rahmen
unserer internationalistischen Arbeit eröffnen wir den Raum, um über die
aktuellen internationalen Entwicklungen zu sprechen, wollen uns aber auch
bewusst mit bestimmten Themen längerfristig und tiefgreifend auseinandersetzen.
Wir planen im Laufe des Jahres unseren Fokus auf den Nahen / Mittleren Osten
sowie auf Nordafrika zu legen und eine Reihe von Veranstaltungen, mit Hilfe von
Expert*innen und Dozenten*innen, hierzu zu gestalten. Dabei beleuchten wir
insbesondere die Rolle der Europäischen Union und Deutschlands in dieser Region,
von der kritischen Auseinandersetzung mit der Abschottungs- und
Migrationspolitik der EU bis hin zur Entwicklungszusammenarbeit. Besonderes
Augenmerk legen wir hierbei auf den politischen Feminismus in dieser Region und
setzen uns auseinander mit der dortigen Lebensrealität sowie patriarchalen
Strukturen. Unser feministisches und sozialistisches Selbstverständnis endet
nicht an der eigenen Haustür. Unser Verständnis von sozialer Gerechtigkeit und
Menschenrechten ist universell und internationalistisch.
SOZIALE GERECHTIGKEIT
Wir sind Arbeiter*innenpartei und wollen uns im kommenden Vorstandsjahr stärker
mit dem Thema Arbeit auseinander setzen. Denkbar sind Themen wie z.B. Armut
trotz Arbeit, Minijobs, Leiharbeit. Außerdem möchten wir uns schwerpunktmäßig
mit der Situation in benachteiligten Kölner Stadtteilen befassen. Ein Beispiel
dafür wäre der Kölnberg im Stadtbezirk Rodenkirchen.
GEWERKSCHAFTEN UND WEITERE BÜNDNISARBEIT
Der Gewerkschaftsjugendrat der Jusos Köln soll reaktiviert werden, außerdem
benennt der JUBV eine Person als gewerkschaftspolitische Ansprechperson. Ziel
ist eine bessere Vernetzung der Jusos Köln mit jungen Gewerkschaftsmitgliedern.
Insgesamt soll die Bündnisarbeit mit anderen Jugendorganisationen ausgebaut
werden, das gilt im Besonderen für die Grüne Jugend, die Linksjugend, die Falken
und die Junge Linke. Darüber hinaus sind bestehende Unvereinbarkeiten
einzuhalten.
GRÖßERE AKTIONEN
Sommer, Sonne, Kaktus: Das Sommercamp hat sich in den vergangenen Jahren als
eine Veranstaltung etabliert, die den Zusammenhalt langfristig fördert und
insbesondere neueren Genoss*innen einen niedrigschwelligen Einstieg zu uns Jusos
ermöglicht. Neben nervenaufreibenden Volleyballduellen sorgt die Möglichkeit,
sich ein ganzes Wochenende lang mit Themen zu beschäftigen, dafür, dass sehr
tief in diese eingetaucht werden kann.
Zeit, dass sich was dreht: Wir möchten wieder ein Fußballturnier zwischen den
Stadtbezirken veranstalten. Auch wenn es bei unserem Fußballturnier keinen FIFA-
Friedenspreis geben wird, hoffen wir auf eine Veranstaltung ohne Verletzungen
(und mit viel Spaß).
Gedenkstättenfahrt Brauweiler: Mit der Gedenkstättenfahrt nach Brauweiler wollen
wir an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern und uns mit der Rolle
staatlicher Gewalt, politischer Verfolgung und Entrechtung auseinandersetzen.
Die Auseinandersetzung mit diesem historischen Ort ist für uns Teil einer
aktiven antifaschistischen Erinnerungskultur und Mahnung für unser heutiges
politisches Handeln.
Neue Orte, neue Perspektiven: Die Bildungsreise bietet uns die Möglichkeit,
politische Zusammenhänge außerhalb des gewohnten Umfeldes zu erleben und
gemeinsam zu reflektieren. In den vergangenen Jahren führten uns Bildungsreisen
unter anderem nach Warschau, München und Straßburg, wo Geschichte, Gegenwart und
politische Praxis unmittelbar erfahrbar wurden. Der intensive Austausch über
mehrere Tage hinweg ermöglicht es, Themen vertieft zu behandeln und die
politische Bildung mit gemeinschaftlichem Erleben zu verbinden.
Wir wollen des Weitern wieder zum ursprünglichen, zweitägigen Format der UBDK zurückkehren. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die aktuelle eintägige Straffung nicht ausreicht, um komplexe Fachthemen mit der notwendigen Tiefe zu bearbeiten. Dabei soll zwischen den Tagen die UBDK-Party beibehalten werden, um für den nötigen Ausgleich zu sorgen. Um auch in solchen informellen Veranstaltungsformaten die Schäl Sick zusätzlich zu repräsentieren, setzen wir uns für die Winterfeier auf der rechten Rheinseite ein.
ANTRAGSWIKI
„Gab es diesen Antrag nicht schonmal?“ „Das ist doch schon längst Beschlusslage,
oder?“ Um hier Abhilfe zu leisten, werden wir eine Art „Jusos Köln Antragswiki“
erstellen. Hierfür werden Anträge aus der Vergangenheit (mindestens die Jahre
2022-2026) in Kategorien gegliedert und zugänglich für alle gemacht. Die
Ausgestaltung obliegt dem neugewählten Vorstand. In der Vergangenheit ist dieses
Projekt oft an Kosten- und Zeitaufwand gescheitert. Dieses Jahr soll daher eine
Lösung gefunden werden, die unter Abwägung dieser Kriterien trotzdem zu einem
Ergebnis führt.
LEITFADEN
Mit einem Leitfaden für Vorstandsposten wollen wir die Arbeit im Vorstand
nachvollziehbarer und zugänglicher gestalten. Für Funktionen wie Vorsitz,
Geschäftsführung, stellvertretende Vorsitzende, Schriftführung und
Beisitzer:innen sollen Aufgaben, Zuständigkeiten und bewährte Abläufe
übersichtlich festgehalten werden. So erleichtern wir insbesondere neuen
Genoss:innen den Einstieg in Vorstandsarbeit, sichern Wissen und stärken eine
verlässliche, kollektive Arbeitsweise im Verband.
VORWÄRTS!
Nach den für uns Jusos sehr erfolgreichen Kommunalwahlen sind wir in den
kommunalen Gremien unserer Stadt so stark wie nie zuvor. Diese Stärke gilt es
jetzt zu nutzen. Dafür braucht es langfristig gedachte Vernetzungangebote für
alle Jusos, die in Köln kommunalpolitische Verantwortung tragen. Zusätzlich
müssen wir zur Umsetzung unserer gemeinsamen politischen Ziele eng und
vertrauensvoll mit unseren Ratsmitgliedern zusammenarbeiten. Als inhaltliche
Leitlinie dafür dient der Antrag “Jungsozialismus op Kölsch”. Im Jahr 2027
stehen Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen an. Das bedeutet, dass die
parteipolitischen Vorbereitungen dafür bereits zu Beginn des Vorstandsjahres
2026 stattfinden werden. Um die Interessen von uns als junger Generation
innerhalb der KölnSPD bei diesem Prozess vernünftig wahrnehmen zu können,
beauftragt die UBDK den JUBV mit dem Führen von strategischen Gesprächen, dem
Nominieren möglicher Juso-Kandidierenden und dem durchsetzungstarken Einfordern
von Juso-Interessen.
GEMEINSAM STARK!
Wir wünschen uns für die Zukunft eine stärkere Vernetzung mit den Juso
Kreisverbänden und Unterbezirken in unserer Nachbarschaft, denn gemeinsam sind
wir immer stärker als alleine. Denkbar sind beispielsweise gemeinsame
Bildungsveranstaltungen, das gemeinsame Verfassen von Anträgen für Juso-
Landeskonferenzen oder auch der gemeinsame Besuch von Demonstrationen. Der JUBV
hat diesen Prozess stetig zu evaluieren und weiterzuentwickeln.
GEDENK- UND AKTIONSTAGE!
Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die Aktivität auf der
Straße und im Netz. Ob es um die Unterstützung politischer Positionen oder die
Solidarität gegenüber Initiativen und Bündnissen geht – Ausdruck unseres Willen
diese Gesellschaft zu verändern ist das Lautsein. Dabei ist die Unterstützung
der Juso-Stadtbezirke essentiell, wenn wir allen Mitgliedern die Teilnahme
ermöglichen und besonders breit in der Stadtgesellschaft auftreten wollen.
Im kommenden Vorstandsjahr planen wir daher an folgenden Gedenk- und
Aktionstagen teilnehmen:
● Feministischer Kampftag
● Welttag gegen Rassismus
● Gedenktag zum Attentat von Hanau
● Tag der Arbeit
● Gedenktag für die Opfer der NSU-Anschläge in Köln (Keupstraße & Probsteigasse)
● Gedenktage an die Opfer des NS-Regimes
● Reichspogromnacht
● Gedenktag für die Opfer des Völkermords an Sinti*zze und Rom*nja
● Holocaust Gedenktag
● CSD und IDAHOBIT
GRUNDLAGEN UNSERER VERBANDSARBEIT!
Die Jusos sind der Modernisierungsmotor der SPD – deshalb liegt es in der
Verantwortung des JUBV, regelmäßig die eigenen Strukturen zu hinterfragen und
sie gemeinsam mit den Mitgliedern auszubauen. Dafür ist eine angenehme Diskurs-
und Arbeitsatmosphäre unabdingbar, welche durch die Einhaltung und Durchsetzung
des Rabbich-Kodexes seitens des Vorstandes gewährleistet werden muss.
Zu den bestehenden Strukturen und alten sowie neuen Arbeitsaufträgen zählen:
● Politikabende und Feierabend
● Sorgfältige Neumitgliederarbeit und gezielte Ansprache inaktiver Mitglieder
● Beständige Pressearbeit
● Betreuung der Homepage und Social-Media-Kanäle
● Konstituierung und Unterstützung von Arbeitskreise
● Unterstützung der Stadtbezirke und Arbeitsgemeinschaften
● Mobilisierung zu Veranstaltungen der NRW Jusos
