| Antrag: | Awareness-Konzept der Jusos Köln |
|---|---|
| Antragsteller*in: | SB Innenstadt |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 20.01.2026, 12:34 |
Ä1 zu A26: Awareness-Konzept der Jusos Köln
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per Akklamation nominiert und anschließend vom Vorstand in der konstituierenden Sitzung ernannt.[Leerzeichen]
Die Kandidierenden müssen ihre Kandidatur 14 Tage vor der Unterbezirksdelegiertenkonferenz bekanntgeben.
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Während der Awareness-Schichten wird konsequente Nüchternheit erwartetvorausgesetzt.
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FINTA*-Plena und Vernetzungstreffen,
FINTA*-Plena und Vernetzungstreffen,auch in Verbindung mit Männer-Plena zur antisexistischen Bildungsarbeit,
Queere Plena
bei Bedarf,und Vernetzungstreffen, auch in Verbindung mit “How to be an Ally”-Workshops,
BIPoC-
VernetzungPlena und Vernetzung, auch in Verbindung mit Critical-Whiteness-Arbeit.
Präambel
Als Jusos ist der Kampf für Gleichbehandlung und gegen die Unterdrückung aller
Menschen zentraler Bestandteil unserer politischen Arbeit. Wir stellen uns gegen
Diskriminierung jeglicher Art und möchten für Betroffene ansprechbar sein sowie
offen dafür bleiben, interne diskriminierende Strukturen zu erkennen und
aufzuarbeiten.
Wir wollen Räume schaffen, in denen sich alle wohlfühlen und in denen ein
achtsamer, solidarischer und respektvoller Umgang miteinander gepflegt wird.
Ziel dieses Awareness-Konzepts ist es, ein diskriminierungssensibles Umfeld zu
etablieren, das allen Menschen eine gleichberechtigte und sichere Beteiligung an
der Arbeit der Jusos Köln ermöglicht – ohne Ausgrenzung, Abwertung oder
Grenzverletzungen.
Dieses Awareness-Konzept konkretisiert die in der Satzung der Jusos Köln
verankerte Awareness-Arbeit und gilt, soweit es der Satzung nicht widerspricht.
Grundverständnis von Awareness
Awareness bezeichnet die (Selbst-)Reflexion von Personen und Gruppen über ihre
Umgebung, ihre Rolle innerhalb gesellschaftlicher Macht- und
Herrschaftsverhältnisse sowie über daraus resultierende verantwortungsvolle
Handlungen.
Die Jusos Köln verstehen Awareness als einen kontinuierlichen Prozess.
Körperliche und psychische Grenzverletzungen sowie diskriminierendes Verhalten
werden in unseren Räumen nicht toleriert. Grenzüberschreitungen können sich
unter anderem in sexistischen, rassistischen, homo- oder trans*feindlichen,
ableistischen oder vergleichbaren Übergriffen äußern (nicht abschließende
Aufzählung).
Wir benennen solches Verhalten klar, stellen uns entschieden dagegen und stellen
das Wohl der betroffenen Personen in den Mittelpunkt.
Geltungsbereich
Alle Teilnehmenden an Veranstaltungen der Jusos Köln sind verpflichtet, zu einem
diskriminierungsfreien Raum beizutragen. Das Awareness-Konzept gilt sowohl für
offizielle Veranstaltungen als auch für informelle Zusammenkünfte im Rahmen der
Arbeit der Jusos Köln.
Die Awareness-AG
Selbstverständnis
Die Awareness-AG (A-AG) ist gemäß der Satzung der Jusos Köln eine
Arbeitsgemeinschaft mit eigenem Antragsrecht. Sie bildet das ständige Gremium
der Awareness-Arbeit der Jusos Köln. Die A-AG versteht sich als ergänzendes,
unterstützendes und zugleich kritisch-reflektierendes Element der
verbandsinternen Awareness-Arbeit.
Aufgaben der Awareness-AG
Die Awareness-AG übernimmt insbesondere folgende Aufgaben:
Anlaufstelle:
Die A-AG ist eine vertrauliche und niedrigschwellige Anlaufstelle für alle
Belange im Zusammenhang mit Unwohlsein, Grenzverletzungen oder
diskriminierendem Verhalten im Rahmen der Jusos Köln. Die geteilten
Informationen, Gedanken und Gefühle werden streng vertraulich behandelt.
Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit:
Die A-AG leistet kontinuierliche Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit, um
diskriminierendes Verhalten zu vermeiden und ein fehlerfreundliches
Lernumfeld zu ermöglichen.
Begleitung des Vorstands:
Die A-AG berichtet dem Vorstand der Jusos Köln regelmäßig in
anonymisierter Form über ihre Arbeit, weist auf strukturelle Missstände
hin und unterbreitet Verbesserungsvorschläge. Der Vorstand verpflichtet
sich, diese Berichte in geeigneter Weise zu berücksichtigen.
Weiterentwicklung des Konzepts:
Die A-AG entwickelt das Awareness-Konzept kontinuierlich weiter.
Änderungen werden der Unterbezirksdelegiertenkonferenz zur
Beschlussfassung vorgelegt.
Zusammensetzung der Awareness-AG
Die Awareness-AG besteht aus vier bis fünf stimmberechtigten Mitgliedern.
Ergänzt wird sie durch einen Awareness-Beauftragten des Vorstandes der Jusos
Köln, der*die beratend und ohne Stimmrecht tätig ist und die Anbindung an den
Vorstand sicherstellt.
Die Quotierung der Awareness-AG ist zwingend erforderlich. Die A-AG soll:
mindestens zu 50 % mit Frauen besetzt sein,
mindestens eine BIPoC-Person umfassen,
FINTA*-Personen ausdrücklich zur Mitarbeit ermutigen,
nach Möglichkeit auch queere Personen einbeziehen.
Gleichzeitig soll die A-AG nicht ausschließlich aus strukturell betroffenen
Personen bestehen, um Care-Arbeit solidarisch zu verteilen.
Die Zusammensetzung der Awareness-AG soll auf eine Mischung aus erfahrenen und
neuen Mitgliedern achten, um Wissensweitergabe zu ermöglichen und einer
Verfestigung von Strukturen entgegenzuwirken.
Bestimmung der Mitglieder
Die Mitglieder der Awareness-AG werden auf der Unterbezirksdelegiertenkonferenz
per Akklamation nominiert und anschließend vom Vorstand in der konstituierenden
Sitzung ernannt.
Die Kandidierenden müssen ihre Kandidatur 14 Tage vor der Unterbezirksdelegiertenkonferenz bekanntgeben.
Einwände können anonym an den Vorstand gerichtet werden.
Personen, die Gegenstand eines laufenden Awareness-Verfahrens sind, sollen für
die Dauer des Verfahrens nicht Teil der Awareness-AG sein. Sollte sich der
zugrundeliegende Verdacht bewahrheiten, sind sie auch weiter von der Awareness-
Arbeit ausgeschlossen.
Einwände gegen Mitglieder der Awareness-AG
Einwände oder Bedenken gegen aktive Mitglieder der Awareness-AG können an andere
Mitglieder der A-AG oder an den Vorstand herangetragen werden. Das weitere
Vorgehen wird vom Vorstand in enger Abstimmung mit der Awareness-AG erörtert.
Awareness-Arbeit auf Veranstaltungen
Zu Beginn von Veranstaltungen wird das Awareness-Konzept erläutert und das
jeweilige Awareness-Team (A-Team) vorgestellt. Die Erreichbarkeit der A-Personen
wird deutlich kommuniziert. A-Personen sind durch sichtbare Erkennungszeichen
kenntlich gemacht.
An geeigneten Orten werden Informationen zum Awareness-Konzept ausgehängt. Wenn
möglich, wird ein Awareness-Raum eingerichtet, der ausschließlich vom A-Team
genutzt wird.
Die A-Personen zeigen Präsenz, beobachten das Geschehen und sind ansprechbar.
Sie sind nicht verpflichtet, aktiv in Konflikte einzugreifen. Eigene Grenzen und
der Eigenschutz sind stets zu beachten. Die A-Personen sind keine Konflikt- oder
Streitschlichter*innen und keine psychologischen Berater*innen.
Bei Bedarf kann die Awareness-AG dem Vorstand oder der Versammlungsleitung
empfehlen oder selbst Personen von der Veranstaltung zu verweisen oder die
Veranstaltung als ganze beenden.
Während der Awareness-Schichten wird konsequente Nüchternheit erwartetvorausgesetzt.
Safer Spaces, Plena und Vernetzung
Die Jusos Köln schaffen gezielt Safer Spaces, insbesondere durch:
FINTA*-Plena und Vernetzungstreffen,
FINTA*-Plena und Vernetzungstreffen,auch in Verbindung mit Männer-Plena zur antisexistischen Bildungsarbeit,
Queere Plena
bei Bedarf,und Vernetzungstreffen, auch in Verbindung mit “How to be an Ally”-Workshops,
BIPoC-
VernetzungPlena und Vernetzung, auch in Verbindung mit Critical-Whiteness-Arbeit.
Diese Räume dienen der Vernetzung, Reflexion und politischen Bildungsarbeit und
werden entsprechend vorbereitet, moderiert und geschützt.
Umgang mit Awareness-Fällen
Awareness-Fälle werden vertraulich und in enger Abstimmung mit den betroffenen
Personen behandelt. Das Wohl der Betroffenen steht stets an erster Stelle. Die
Definitionsmacht darüber, was als übergriffig oder unangemessen empfunden wird,
liegt bei den Betroffenen.
Die Awareness-AG informiert die Awareness-beauftragte Person im Vorstand unter
Wahrung der Vertraulichkeit über den Stand des Verfahrens. Weitere Schritte
erfolgen in Absprache mit den Betroffenen und im Rahmen der Möglichkeiten eines
politischen Jugendverbandes.
Schlussbestimmung
Dieses Awareness-Konzept ist für alle Mitglieder der Jusos Köln verbindlich und
den Mitgliedern zugänglich zu machen. Es wird regelmäßig evaluiert und bei
Bedarf weiterentwickelt.
