| Veranstaltung: | Beschlossene Anträge |
|---|---|
| Antragsteller*in: | UBDK |
| Status: | Angenommen |
| Beschlossen am: | 24.01.2026 |
| Themenbereiche: | Feminismus, Gesundheit |
TW: Gewalt bei der Geburt - Gebärende Personen besser schützen!
Beschlussgremium
Antragstext
Wir fordern den wirksamen rechtlichen Schutz von Gebärenden in der besonderen
Situation der Geburt zu stärken.
Bestehende Rechte auf Aufklärung, Einwilligung und körperliche Selbstbestimmung
vor, während und nach der Geburt müssen besser durchsetzbar gemacht werden.
Die Jusos Köln setzen sich daher dafür ein, dass eine zentrale, öffentlich
geförderte und sichtbare Beschwerde- und Meldestelle in Köln eingerichtet wird.
Gebärende sind rechtlich nicht schutzlos. Das geltende Patienten- und
Haftungsrecht garantiert grundsätzlich Aufklärung, Einwilligung und körperliche
Selbstbestimmung, aber in der besonderen Situation der Geburt greifen diese
Rechte häufig nicht (wirksam). Zeitdruck, Schmerzen, medizinische Hierarchien
und strukturelle Überlastung erschweren eine tatsächliche informierte
Einwilligung und eine selbstbestimmte Entscheidung der gebärenden Person
erheblich.
Problematische und/oder gar traumatisierende Erfahrungen während der Geburt
werden oft als individuelle Behandlungsfehler eingeordnet. Diese Perspektive
wird der Realität einiger Geburtsverläufe allerdings nicht gerecht. Verletzungen
von Würde und Autonomie sind während der Geburt schwer durchsetzbar, obwohl sie
für Betroffene gravierende Folgen haben können.
Niedrigschwellige, unabhängige Beschwerde- und Beratungsangebote können hier
beitragen, bestehende Rechte tatsächlich wirksam werden zu lassen, Betroffene zu
unterstützen und strukturelle Problemlagen sichtbar zu machen.
