| Veranstaltung: | Unterbezirksdelegiertenkonferenz 2025 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 10.2. Beratung der restlichen Anträge |
| Antragsteller*in: | SB Kalk |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 04.01.2025, 19:02 |
A28: Einführung einer Steuer auf nicht realisierte Kapitalerträge
Weiterleitung
Antragstext
Um eine gerechte Besteuerung von Kapitalvermögen zu erreichen und die wachsende
Vermögensungleichheit zu bekämpfen, fordern wir die Einführung einer Steuer auf
nicht realisierte Kapitalerträge. Aktuell wird die Kapitalertragssteuer nur dann
fällig, wenn Gewinne durch den Verkauf von Vermögenswerten realisiert werden.
Wertsteigerungen, die nicht durch Verkauf realisiert werden, bleiben bis auf
eine mögliche Vorabpauschale steuerfrei.
Begründung
Das Vermögen konzentriert sich weltweit und auch in Deutschland zunehmend bei einer kleinen Gruppe von Personen. Laut der Europäischen Zentralbank besaßen die reichsten 10% der Haushalte im zweiten Quartal 2024 60,9% des Gesamtvermögens[1], während die ärmsten 50% lediglich 2,45% besaßen[2]. Damit zählt Deutschland zu den Ländern mit der höchsten Vermögensungleichheit in Europa.[3]
Während viele Menschen aufgrund der Inflation ihre Lebensqualität erheblich einschränken müssen, zeigt eine Hochrechnung der DZ Bank, dass das nominale Geldvermögen der Deutschen im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2024 um eine Billion Euro gestiegen ist. Dieser Zuwachs ist vor allem auf Kapitalerträge zurückzuführen. Davon profitieren vor allem reiche Haushalte, denn vermögensärmere Haushalte halten ihr Vermögen überwiegend in risikoarmen Anlagen, die kaum Kapitalerträge erwirtschaften (z.B. Sparbücher), während wohlhabendere Haushalte ihr Vermögen aus Kapitalmarktwerten (z. B. Unternehmensanteilen) und Sachwerten (z. B. Immobilien) beziehen[4] (Sachwerte werden jedoch nicht zum nominalen Geldvermögen gezählt). Es investieren zwar 17,6% der Deutschen in Fonds, jedoch sind lediglich 6,7% Aktionäre.[5]
Die Tatsache, dass nicht realisierte Kapitalerträge nicht besteuert werden, ermöglicht es Wohlhabenden, von steuerfreien Wertsteigerungen zu profitieren, während andere Einkommensarten, wie Löhne, kontinuierlich besteuert werden. Obwohl nicht realisierte Kapitalerträge nicht direkt in bar verfügbar sind, bieten sie dennoch einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil und fördern die Akkumulation von Vermögen.
Quellen
