| Veranstaltung: | Unterbezirksdelegiertenkonferenz 2025 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 10.2. Beratung der restlichen Anträge |
| Antragsteller*in: | SB Rodenkirchen |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 04.01.2025, 12:45 |
A10: Köln im richtigen Licht: Umwelt, Menschen und Tiere vor Lichtverschmutzung schützen
Weiterleitung
Antragstext
Wir fordern die Entwicklung eines städtischen Lichtschutzkonzept welche folgende
Maßnahmen zu einer effektiven Lichtreduzierung zur Vermeidung von Lichtschmutz
in Köln enthalten soll:
Zielgerichtete Ausrichtung von Lichtquellen
Reduktion der Lichtfarbe
Beachtung einer angemessenen Höhe der Lichtquelle
Insbesondere ist es erforderlich diese Maßnahmen in naturnahen Räumen wie Parks
und Grünflächen reduzieren. Hierbei müssen jeweils die Interessen der
Bürger:innen an ihrer Sicherheit im öffentlichen Raum mit denen der Umwelt und
der Gesundheit abgewogen werden.
Begründung
Lichtschmutz macht unsere Welt durch künstliche Beleuchtung immer heller. 94 % der deutschen Bevölkerung lebt heute schon unter einem zu hellen Nachthimmel. Dies passiert insbesondere durch eine ineffektive Bauplanung und Lichtanstrahlung, was einfach zu reduzieren ist.
Das veränderte Nachtbild beeinflusst nicht nur den menschlichen Tag-Nacht-Rhythmus, sondern auch den von Tieren. Die Tierwelt wird durch eine verhellte Nacht in ihrer Existenz bedroht, was sich negativ auf die bereits abnehmende Artenvielfalt auswirkt. So werden Tiere beispielsweise dazu verleitet, in den Schein von Straßenlaternen zu fliegen.Bei größeren Lichtquellen können Tiere sogar aus ihrem dunklen Habitat herausgelockt werden und sich der Lichtquelle annähern.
Die Auswirkungen auf die Tiere umfassen eine Desorientierung. Es ist evident, dass dies insbesondere Fressfeinde begünstigt und in der Folge zu einer Störung des natürlichen Gleichgewichts führt. Auch Pflanzen können durch eine ständige Beleuchtung in der Nacht in ihren natürlichen Zyklen gestört werden. Dieser Lichtschmutz tritt insbesondere in den Städten in Übermaßen auf, wie es in Köln der Fall ist.
Zur Verbesserung unserer Lebensqualität und Bewahrung der Umwelt ist es daher unabdingbar, Lichtverschmutzung in Köln zu reduzieren. In vielen Ländern wurde dieses Problem erkannt und Maßnahmen ergriffen, um die Lichtverschmutzung zu reduzieren. So wurden in Tschechien landesweite Maßnahmen erlassen und in Frankreich ist es seit 2013 Pflicht, Schaufenster und Fassaden nachts abzudunkeln.In Deutschland hingegen wurde dieses Problem noch nicht konkret weitreichend erkannt, obwohl es bereits einige Gesetze wie das BlmSchG gibt, die sich indirekt mit dem Thema befassen. Diese Gesetze sind jedoch nicht ausreichend um die Problematik zu lösen, da sie einen vielmehr den Mensch als die Umwelt im Vordergrund hat. Somit wird insbesondere nicht darauf geachtet, wie das Licht als Quelle effektiv zum Schutz des Menschen als auch der Tiere und der Pflanzen gleichzeitig verwendet werden kann.
Im Unterschied dazu wurde im Jahr 2020 der Eindruck erweckt, dass die Stadt Köln mit ihrem Lichtmasterplan Lösungen zur Reduzierung des Lichtschmutzes in der Stadt gefunden habe. Jedoch verfolgt dieser Lichtmasterplan nicht das Ziel, den Lichtschmutz in der Stadt zu reduzieren, sondern dient in erster Linie der Planung von Straßenbeleuchtungen im öffentlichen Raum zur Steigerung der Sicherheit der Bürger:innen. Es sei darauf hingewiesen, dass dieser Plan nicht als verpflichtend zu betrachten ist, sondern lediglich als eine "Handlungsempfehlung für private Bauherren".
Die Vereinigung der Sternfreunde Köln hat in einem ausführlichen Schreiben deutliche Kritik an dieser unzureichenden Planung zur Reduzierung von Lichtverschmutzung geübt.
Auf eine diesbezügliche Anfrage wurde seitens der Stadt Köln lediglich darauf verwiesen, dass "sonderordnungsbehördliche Maßnahmen und rechtliche Vorgaben" den Lichtschmutz nicht reduzieren können
Auf eine Anfrage hierzu, betonte die Stadt Köln nur, dass „sonderordnungsbehördliche Maßnahmen und rechtliche Vorgaben“ den Lichtschmutz nicht reduzieren können. In anderen Worten: die Stadt Köln hat kein Interesse an einem verpflichtenden Plan zur Reduzierung des Lichtschmutzes in der Stadt. Dass es anders gehen kann, zeigen hingegen andere Städte wie Stuttgart. Diese hat nun ein Konzept vorgelegt, welches Lichtschmutz effektiv reduzieren soll. Dazu gehören Strassen im Aussenbereich, die nach einer gebotenen Abwägung, als nicht beleuchtungserheblich bewertet wurden. Ausserdem wurden Überlegungen angestellt, wo mit Bewegungsmeldern im öffentlichen Raum gearbeitet werden kann. Ebenso enthält das Konzept Vorschläge für eine effektivere Beleuchtung von Sportplätzen, um die Lichtstrahlung zu beschränken.
Köln KANN also auch Konzepte und verbindliche Pläne erheben, welche den Lichtschmutz in der Stadt effektiv reduzieren kann. Nebenbei könnte ein solcher Plan noch dazu dienen, öffentliche Gelder einzusparen in Zukunft.
Weiterführende Links:
Vereinigung der Sternfreunde Köln, https://www.volkssternwartekoeln.de/lobbyarbeit-und-presse/lichtverschmutzung/.
