| Veranstaltung: | Unterbezirksdelegiertenkonferenz 2026 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | SB Innenstadt |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 07.01.2026, 09:03 |
A8: Mental Health Matters – Ausbau kommunaler Psychiatrieangebote für Kölns Jugend
Weiterleitung
Antragstext
Die Jusos Köln fordern die Stadt Köln auf, das kommunale psychiatrische und
psychosoziale Versorgungsangebot für junge Menschen (14–27 Jahre) spürbar
auszubauen.
Dafür soll die Stadt Köln gemeinsam mit den Krankenkassen, dem Jugendamt und den
Trägern der freien Wohlfahrtspflege ein Konzept zur besseren Koordination der
Hilfsangebote erarbeiten, damit sie sichtbarer werden. Folgende Maßnahmen sollen
besonders gestärkt werden:
Ausbau mobiler Krisendienste mit 24/7-Erreichbarkeit
Ausbau der begleiteten Übergänge zwischen Schule, Jugendhilfe, Psychiatrie
und Erwachsenenpsychiatrie
Ausbau von aufsuchenden, anonymen und digitale psychosozialen Angeboten
wie Chat- und Videoberatung une digitale Akuthilfe
Ziel ist es, Wartezeiten drastisch zu reduzieren und Betroffene schneller in
passende Versorgung zu vermitteln. Zusätzlich fordern wir das psychosoziale
Angebote besser aufsuchend, anonym und digital erreichbar werden.
Begründung
Die psychische Belastung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nimmt seit Jahren kontinuierlich zu und die Versorgungslandschaft in Köln hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Überfüllte psychiatrische Ambulanzen und mehrmonatige Wartezeiten auf Therapieplätze führen dazu, dass viele junge Menschen erst dann Hilfe erhalten, wenn sich ihre Situation bereits massiv zugespitzt hat. Psychische Erkrankungen im jungen Alter bedeuten nicht nur individuelles Leid, sondern haben tiefgreifende Folgen für Bildungschancen, soziale Teilhabe und die eigene Lebensperspektive. Gerade Übergänge – vom Schulabschluss in Ausbildung oder Studium, von der Jugendhilfe in die Erwachsenenpsychiatrie – sind für junge Menschen besondere Belastungssituationen. Ohne verlässliche Hilfsstrukturen entstehen Versorgungslücken, die für Betroffene gefährlich werden können. Kommunale, niedrigschwellige und gut finanzierte Angebote wirken diesem Trend entgegen. Städte wie Köln haben hier eine besondere Verantwortung: Dort, wo junge Menschen wohnen, lernen und ihre Freizeit verbringen, müssen auch Hilfsangebote präsent und erreichbar sein. Ein Ausbau der kommunalen psychiatrischen Versorgung bietet präventive, unbürokratische Unterstützung und entlastet zugleich das überforderte reguläre Versorgungssystem.
