| Veranstaltung: | Unterbezirksdelegiertenkonferenz 2025 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 10.2. Beratung der restlichen Anträge |
| Antragsteller*in: | SB Rodenkirchen |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 04.01.2025, 12:41 |
A8: Rheinau statt Neubau - Kein Neubau der Rodenkirchener Autobahnbrücke
Weiterleitung
Antragstext
Ein Neubau der denkmalgeschützten Rodenkirchener Autobahnbrücke würde zu
erheblichen Belastungen von Mensch und Natur führen. Er würde kurzfristig ein
Verkehrschaos mit sich bringen und über den jahrelangen Bau hinweg Unmengen an
Treibhausgasen und Lärm erzeugen. Langfristig würde er das Verkehrsaufkommen nur
noch verstärken und damit die angrenzenden Verkehrswege, die anliegenden
Bewohner*innen und Natur und das Klima belasten.
Die Jusos Köln sprechen sich daher gegen einen Neubau und die geplante
nördliche Verbreiterung der Rodenkirchener Autobahnbrücke aus. Sie fordern
die KölnSPD auf, sich dieser Auffassung anzuschließen.
Die Kölner Abgeordneten im Bundestag sind aufgefordert, sich für die
Streichung der Rodenkirchener Brücke als vordringlichen Bedarf im
Bundesverkehrswegeplan 2030 einzusetzen.
Bei einer möglichen Instandsetzung muss die Brücke an Ort und Stelle
erhalten bleiben. Dabei ist den Bedürfnissen des Rad- und Fußverkehrs und
der KVB-Stadtbahn Rechnung zu tragen, der Autoverkehr muss dazu notfalls
eingeschränkt werden.
Begründung
Ein Neubau und die damit einhergehende bauliche Erweiterung der Rodenkirchener Autobahnbrücke auf acht oder mehr Fahrstreifen ist aus verkehrspolitischen, umweltbezogenen finanziellen und planungstechnischen Gründen nicht zielführend:
Verkehrspolitik: Eine Erweiterung ist nicht sinnvoll, da angrenzende Streckenabschnitte nicht ausgebaut werden und keine verkehrspolitische Notwendigkeit besteht. Die Notwendigkeit wird hauptsächlich aus einem steigenden Güterverkehr hergeleitet. Wir lehnen es jedoch ab, diesen auf der Straße zu fördern, er muss stattdessen auf die Schiene oder das Wasser verlagert werden.
Verkehrsplanungen in der Vergangenheit haben immer wieder gezeigt, dass mehr Spuren Straßen nicht langfristig entlasten, sondern mehr Verkehr anziehen.
Umwelt- und Klimaschutz: Der Ausbau zerstört wichtige Grünflächen (u.a. das geschützte Gremberger Wäldchen), gefährdet die Trinkwasserversorgung und erhöht Schadstoff- und Lärmbelastungen. Der Plan widerspricht jeglichen Zielen der Mobilitätswende und den Anforderungen des Klimaschutzes.
Wirtschaftlichkeit: Mit veranschlagten Kosten von ca. 700 Mio. Euro stellt das Projekt eine unverantwortliche Belastung der öffentlichen Haushalte dar. Das Verkehrsministerium rechnet in seinem Plan mit Zahlen aus 2012-2014, die Baukosten würden bereits heute deutlich höher ausfallen. Wie das ganze zu Baubeginn aussieht, lässt sich nur erahnen.
Veraltete Planungsgrundlagen: Der Bau soll laut Autobahn GmbH frühestens 2034 beginnen. Jedoch soll zunächst die Rheinspange A553 in Wesseling umgesetzt werden. Realistisch ist also wohl eher ein Baubeginn gegen 2040. Das bedeutet nicht nur einen zu erwartenden weiteren Anstieg der Kosten, sondern stellt den Zweck des Ausbaus in Frage, schließlich werden die Autobahnen im Kölner Süden dann bereits durch die Rheinspange entlastet. In jedem Fall führt die Eröffnung der Rheinspange sowie der Abschluss der Arbeiten an der Leverkusener Brücke zu einer völlig veränderten Verkehrssituation, die dann einer neuen Beurteilung bedarf.
Das aktuelle vorantreiben eines Neubaus der Rodenkirchener Brücke ist vor diesem Hintergrund verantwortungslos und kaum nachvollziehbar.
Quelle: Bundesverkehrswegeplan 2030 (Link)
