| Veranstaltung: | Unterbezirksdelegiertenkonferenz 2026 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Jusos Mülheim |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 07.01.2026, 10:30 |
A11: Save in der KVB now
Weiterleitung
- Weiterleitung an:
- Köln SPD
Antragstext
Der öffentliche Personennahverkehr ist für viele Menschen unverzichtbar. Etwa
für den Weg zur Arbeit, zur Schule, zur Uni, zum Ehrenamt oder nach Hause. Doch
für viele ist er kein sicherer Raum. Besonders Flinta-Personen, queere Menschen,
oder marginalisierte Gruppen erleben in Bahnen und an Haltestellen regelmäßig
Belästigungen, Bedrohungen oder Übergriffe. Diese Situationen sind oft von
Unsicherheit geprägt. Nicht nur darüber, was geschieht, sondern auch darüber,
wie man schnell, effektiv und unauffällig Hilfe bekommt.
In akuten Gefahrensituationen ist es nicht immer möglich, sich Hilfe zu holen,
ohne die Situation weiter zu eskalieren oder sich selbst zu gefährden. Gerade
sexualisierte Belästigung und Gewalt sind häufig von Machtungleichgewichten,
Angst und Scham begleitet, die das offene Einfordern von Hilfe erschweren.
Deshalb fordern wir die Einführung einer „Save-Now“-Funktion in der KVB-App, mit
der Fahrgäste in Gefahrensituationen unauffällig und schnell Hilfe anfordern
können.
Die „Save-Now“-Funktion soll es ermöglichen, über die bestehende KVB-App mit
einem einzigen, möglichst unauffälligen Klick ein Notsignal abzusetzen. Dieses
Signal soll direkt beim Fahrpersonal bzw. in einer Leitstelle der KVB eingehen.
Dort kann die Situation, beispielsweise über die bereits vorhandenen Kameras in
den Fahrzeugen, geprüft werden, bevor weitere Schritte eingeleitet werden, etwa
eine Durchsage, das Anhalten der Bahn, das Hinzuziehen von Sicherheitspersonal
oder der Polizei.
Dieses System hätte mehrere entscheidende Vorteile:
Betroffene können Hilfe holen, ohne sich selbst durch ein offensichtliches
Telefonat oder lautes Rufen weiter zu gefährden.
Das Fahrpersonal kann situationsangepasst reagieren, statt auf
eskalierende Notlagen warten zu müssen.
Fehlalarme können durch kurze visuelle Überprüfung reduziert werden, ohne
das Hilfesystem zu entwerten.
Begründung
Besonders aus feministischer Perspektive ist eine solche Funktion wichtig. Vor Allem Frauen, trans-, inter- und nicht-binäre Personen sind häufig von sexualisierter Belästigung und Gewalt im öffentlichen Raum betroffen. Diese Übergriffe beginnen oft „niedrigschwellig“, durch Anstarren, Kommentare oder körperliche Nähe, und werden von Außenstehenden nicht immer als akute Gefahr wahrgenommen. Für Betroffene kann sich die Situation jedoch sehr schnell bedrohlich anfühlen.
Eine niedrigschwellige, diskrete Möglichkeit, Unterstützung anzufordern, stärkt die Handlungsmacht der Betroffenen. Sie verschiebt ein Stück Kontrolle zurück zu denen, die sich bedroht fühlen, statt sie auf das Umfeld oder den Zufall zu verlassen. Gleichzeitig sendet sie ein klares Signal: Belästigung und Gewalt im ÖPNV werden ernst genommen, und Schutz ist kein Privileg, sondern ein Recht.
Die Einführung einer „Save-Now“-Funktion wäre damit ein konkreter Schritt hin zu einem sichereren, gerechteren und inklusiven öffentlichen Nahverkehr in Köln.
